Endlich wieder Urlaub. Im gesamten vergangenen Jahr war es leider, bedingt durch Corona und beruflichen Umständen, nicht möglich einen größeren Urlaub zu machen. Nun war es endlich soweit. Und es sollte noch einmal in die Sonne gehen. Relativ kurzfristig haben wir eine Kreuzfahrt mit "Mein Schiff" gebucht, die zu den Kanaren und den Azoren gehen sollte. Am Donnerstag, den 18.11. ging es mit Flug EW9558 von DUS nach TFS (Teneriffa-Süd). Nach gerade einmal 4 Stunden Flug, setzte unser Airbus A320-200 in Teneriffa auf:
Nach dem Einchecken ein erster Blick auf die "Mein Schiff 3", mit der wir 2016 schon einmal durch die Karibik geschippert sind. Die diesjährige Reise sollte folgendes Routing haben: Teneriffa - Madeira - La Palma - La Gomera - Gran Canaria - Teneriffa - São Miguel/Azoren - Terceira/Azoren - Teneriffa und uns ca. 4.500 km über den Atlantik führen:
Im Hafen von Santa Cruz de Tenerife lag noch ein weiteres britisches Kreuzfahrtschiff. Die IONA von P&O Cruises ist mit einer Länge von 344,5 m (Lüa) nicht nur deutlich größer als die "Mein Schiff 3", sondern bietet auch Platz für deutlich mehr als doppelt so viele Passagiere (5.206, Mein Schiff 3: maximal 2.506 Passagiere):
Um 23 Uhr legte unser Schiff ab und nahm Kurs auf Madeira. Vor uns lag ein erster Seetag:
Die Route der ersten Woche: Teneriffa - Madeira - La Palma - La Gomera - Gran Canaria - Teneriffa
Die Route der zweiten Woche: Teneriffa - São Miguel/Azoren - Terceira/Azoren - Teneriffa
Am Seetag ist genügend Zeit zum Auspacken und um das Fotoequipment zu checken:
In Madeira angekommen erwartete uns wolkiges, aber warmes Wetter. Die Sonne schaute überwiegend durch die Wolken hindurch. Im Hafen lag die "Alexander von Humboldt II". Auf dem Hotel- und Restaurantschiff "Alexander von Humboldt" haben wir im März diesen Jahres in Bremen übernachtet:
Die "Mein Schiff 3" im Hafen von Madeira:
Im Hafen von Funchal/Madeira befindet sich auch das CR7-Museum zu Ehren des wohl bekanntesten Einwohners Madeiras, Christiano Ronaldo. Vor dem Museum eine Statue des Fußballers in seiner bekannten Pose kurz vor einem Freistoß:
Mit dem Linienbus sind wir dann zu dem berühmten Botanischen Garten auf Madeira gefahren. Die Fahrt an sich war schon recht spannend. Es ging über sehr schmale, aber auch sehr steile Straßen in die angrenzenden Berge. Der Botanische Garten von Madeira ist nicht nur für Blumenliebhaber ein tolles Ausflugsziel. Die Insel Madeira wird auch die "Blumeninsel" genannt. Das ganze Jahr über blühen hier zahlreiche Pflanzen und Blumen und sorgen so für ganzjähriges Frühlingsgefühl. Der Park wurde 1960 auf dem Gelände der Quinta do Bom Sucesso eröffnet, welche früher im Besitz der Familie des englischen Kolonialisten William Reid war. Auf dem Areal finden sich 2.000 exotische Pflanzen, unter ihnen z.B. Orchideen, Magnolien, Kakteen, Strelitzien, Palmen und viele andere:
Von oben ein Blick auf den Hafen:
Mit der Seilbahn ging es weiter auf die andere Seite des Tals (keine Bilder). Von dort wartete eine rasante Schlittenfahrt ins Tal auf uns. Die "Carros de Cesto" waren die ersten öffentlichen Verkehrsmittel auf Madeira seit Anfang des 19. Jahrhunderts und natürlich nur talwärts. Heute sind sie eine beliebte Touristenattraktion:
Am Straßenrand war ein etwas älterer gebrauchter Mercedes geparkt. Leider wohl nicht mehr im allerbesten technischen Zustand. Vermutlich ein Mercedes Benz W170 aus den 50er Jahren:
Zum Abschluss noch zwei Bilder aus dem Hafen von Funchal:
Unser Schiff legte am nächsten Tag um 14 Uhr wieder ab mit Kurs La Palma. Da es Vormittags jedoch in Strömen
regnete, haben wir das Schiff nicht noch eimal verlassen. Auch die eigentlich für diesen Tag gebuchte Fahrradtour
fiel ins Wasser.
Dafür war abends genügend Zeit sehr lecker Essen zu gehen. Im "la Spezia" gibt es italienische Küche
vom Sternekoch Theodor Falser. Hier mein Menü:
- Hausgeräuchertes Rinderfiletcarpaccio mit italienischer Senfcrème, marinierter Senfsaat und Salat vom Sellerieherz
- Handgemachte schwarze Tagliolini mit frischem Hummer, Konfit von der gelben Kirschtomate, kaltgepresstes Olivenöl und Basilikum
- Amarone geschmorte Kalbsbäckchen mit Artischokenpüree, sautierten Pilzen und italienischem Baby Kohl
- Karamel-Panna cotta mit Buchweizenstreuseln und in Grappa eingelegten Blaubeeren
Dazu gab es natürlich Brot und eine sehr gute Weinbegleitung:
Nach einem weiteren Seetag erreichten wir am frühen Morgen des 22. Novembers La Palma. Noch vor Sonnenaufgang war die Rauchfahne des zur Zeit aktiven Vulkans auf dem Bergrücken des "Cumbre Vieja" sichtbar. Die gravierenden Auswirkungen dieses Vulkanausbruchs auf die Bewohner La Palmas sollten wir bald am eigenen Leibe spüren können:
Wir haben einen Ausflug zu Fuß in die wunderschöne Hauptstadt der Kanareninsel gemacht. Allerdings war überall der Rauch des Vulkans zu riechen. Wenn man durch den Mund einatmete spürte man bereits nach kurzer Zeit die feine Asche zwischen den Zähnen. Es war daher besser auch draußen die FFP2-Maskte aufzubehalten. Auf allen Plätzen war die schwarze Vulkanasche zu sehen und die Einwohner kamen nicht nach, diese wegzufegen. Einige Impressionen aus Santa Cruz de La Palma:
Berühmt ist die Stadt auch für die Häuser an der Promenade mit ihren wunderschönen Holzbalkonen:
Auch auf dem Schiff hat der Vulkan seine Spuren hinterlassen. Alle Außenbereiche waren komplett mit der schwarzen Asche belegt. Daher waren die Pools mitterweile gesperrt und das Wasser abgelassen. Ich muss an dieser Stelle der Crew meines Respekt aussprechen, die noch in der nächsten Nacht das Schiff einer Grundreinigung unterzog, so dass am nächsten Tag die Außenbereiche wieder nutzbar waren:
Auslaufen war Abends für 22 Uhr geplant. Bevor das Schiff jedoch Kurs auf La Gomera nahm, ging es noch einmal herum um die Südspitze, um von See aus einen Blick auf den "Feuerberg" auf der Westseite der Insel werfen zu können. Auch wenn wir ca. 10 bis 15 km weit weg vom Vulkan waren, so waren dies jedoch eindrucksvolle Bilder, die sich in unser Gedächnis brannten. Daher hier ein paar Bilder mehr von diesem Naturschauspiel:
La Gomera ist nur wenige Kilometer (ca. 50 km) von La Palma entfernt. Auch auf La Gomera waren die Asche und der Rauch noch zu
spüren. Da ich die Insel bereits durch zwei vorherige Besuche kannte, habe ich nur einen kleinen Spaziergang durch die
Hauptstadt San Sebastián gemacht. Hier ein paar Impressionen.
Den Anfang macht die Kirche "Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción. Sie gilt als das schönste Gotteshaus
der Insel. In seinen Ursprüngen geht der Sakralbau auf das Jahr 1450 zurück, die heutige dreischiffige Form wurde jedoch
erst im 17. Jahrhundert realisiert und später um die Seitenkapellen erweitert. Im Inneren der Kirche erwarten den Besucher ein
Altarraum, der durch kunstvolles Schnitzwerk geziert wird. Zu den ruhmreichen Ereignissen in der Geschichte der Kirche gehören
die Besuche einiger berühmter Personen, wie dem Amerika-Entdecker Christoph Kolumbus (6. September 1492) und den Konquistadoren
Cortez und Pizarro. Sie alle suchten das Gotteshaus vor ihren Atlantiküberquerungen auf:
Natürlich darf auch eine Kolumbus-Statue nicht fehlen:
Der Torre del Conde (auch: Torre de Los Peraza) ist ein unter Denkmalschutz stehender Wehrturm des späten Mittelalters, der Mitte des 15. Jahrhunderts im Zuge der Eroberung der Kanaren durch das Königreich Kastilien errichtet wurde:
Auf Gran Canaria sollte nun die zweite Fahrradtour stattfinden. An diesem Tag war das Wetter auch herrlich, so dass der Tour nichts im Wege stand. Die Tour führte und über ca. 45 km durch eine wunderschöne Landschaft zum Vulkankrater des Pico de Bandama auf ca. 569 m Höhe. Insgesamt wurden 823 Höhenmeter bewätigt. So war es sehr angenehm, dass es sich um eine Tour mit E-Bikes handelte. Hier die Tour in der Übersicht:
Bevor es auf den Berg geht, zunächst ein Stop am "Jardin Botánico Viera y Clavijo", ein herrlicher Garten mit vielen verschiedenen Planzenarten, die entsprechend ihres Vorkommens auf den verschiedenen kanarischen Inseln angeordnet sind:
Dann ging es stramm den Berg hinauf:
Belohnt wurde man mit einer grandiosen Aussicht auf die Caldera des Vulkans. Ein Bild kann diese Eindrücke jedoch leider nicht so wiedergeben:
Auf der anderen Seite des Gipfels hat man einen schönen Blick auf Las Palmas. Im Hafen kann man sogar unser Schiff liegen sehen:
Die Abfahrt an die Küste entlohnt für die Strapatzen des Aufstiegs. In rasanter Fahrt mit Höchstgeschwindigkeiten von 50 km/h geht es hinunter. Ein kurzer Stop an einem Aussichtpunkt mit einem schönen Blick auf Las Palmas mit der Kathedrale:
Noch eine letzte Impression von den Rädern, dann geht es zurück zum Hafen:
Im Hafen von Las Palmas liegen neben unserem Schiff noch zwei sehr schöne Segelschiffe:
Und noch zwei Bilder von der "Mein Schiff 3" im Abendlicht. Leider wurde zu der Zeit Treibstoff aufgenommen, so dass das Bunkerschiff an Backbord liegt:
In Teneriffa haben wir zunächst einen Stadtbummel durch Santa Cruz de Tenerife gemacht, um danach mal wieder einen Botanischen Garten zu besuchen. Diesmal war es das Palmetum (der Palmengarten). Und wieder gab es viele Pflanzen zu sehen, aber auch ein paar Tiere. Hier ein paar Impressionen:
Ein Blick auf das futuristische Auditorio de Tenerife darf natürlich auch nicht fehlen, auch wenn das Wetter an diesem Tag leider sehr bewöklt war:
In der Kabine wartete dieses "Monster":
Von Teneriffa ging es nun in die zweite Woche der Reise. Das Schiff nahm Kurs auf die Azoren und so lagen zwei Seetage,
oder ca. 1.400 km vor uns. Zwei Seetage auf denen wir nur von Wasser umgeben waren. Auf der ganzen Fahrt habe ich kein
anderes Schiff gesehen. Aber auf so einem Kreuzfahrtschiff wie der "Mein Schiff 3" lässt sich wunderbar
entspannen und die Reise genießen. Auch etwas Sport gehört dazu. Bei Wellen von bis zu 7,5 m Höhe und
Windstärke 8 macht Volleyball auf dem Sportdeck richtig Spaß. Da geht dann auch schon mal ein Ball über
Bord.
Zwei Tage später legten wir dann in São Miguel an. São Miguel (zu Deutsch Sankt Michael) ist die größte
Insel der Azoren. Sie zählt zur Ostgruppe des Archipels und hat eine Fläche von 746,8 Quadratkilometern. Die Insel ist 63,7
km lang und 16,1 km breit. Auf São Miguel leben etwa 138.000 Menschen (Stand 2016), rund 68.000 davon in der Hauptstadt Ponta
Delgada, wo wir auch mit dem Schiff lagen.
Landschaftlich wirklich sehr schön und abwechslungsreich. Manchmal erinnert die Landschaft an deutsche Mittelgebirge, dann aber auch wieder sehr schroff und der vulkanische Ursprung der Insel bestimmt das Bild. Wir haben eine Ausflug auf eigene Faust gemacht und dazu ein Taxi gemietet. Zunächst ging die Fahrt an die Nordküste zu einem Aussichtspunkt am Atlantik:
Man soll es kaum glauben, aber auf den Azoren wird sogar Tee angebaut. Auf São Miguel befinden sich zwei der einzigen drei Teeplantagen Europas (die dritte befindet sich in England). Also war der nächste Halt bei Cha Gorreana, einer der beiden Teeplantagen. Bei dem Besuch konnten wir auch die Maschinen besichtigen, die zur Trocknung und Fertigung des Tees benutzt werden. Auch wenn man bei der Besichtigung den Eindruck hatte ein Museum zu besuchen, so sind die Maschinen noch alle in Betrieb, natürlich nur während der Erntezeit:
Der nächste Stop war oberhalb des Lagoa das Furnas, einer mit Wasser gefüllten Caldera eines Vulkans. Auch hier können die Bilder die Eindrücke nicht wiedergeben, die man hat, wenn am von ober auf diese Landschaft blickt:
Weiter geht es zu den heißen Quellen in der Nähe von Furnas. Hier lässt sich der vulkanische Ursprung der Insel nicht verleugnen. Es liegt ein starer Geruch von Schwefel in der Luft und überall steigt Dampf auf. In den Quellen blubbert das schwefel- und eisenhaltige Wasser. Die Erwärme lässt sich hier auch zum Kochen nutzen:
Nicht weit entfernt befindet sich der Ort Furnas mit dem "Parque Terra Nostra", natürlich wieder ein Botanischer Garten. Direkt vor dem Eingang des Parks, diese wunderschöne Bushaltestelle. Ich fürchte in Deutschland würde die Haltestelle nicht lange so aussehen:
Ein paar Eindrücke aus dem Park mit einem Thermalbad, das von den heißen mineralhaltigen Quellen gespeist wird:
Zurück in Ponta Delgada machen wir noch einen kleinen Stadtbummel:
Die zweite Station auf den Azoren war die Insel Terceira. Sie umfasst ca. 400 Quadratkilometer, ist 29 km lang und 17,5 km breit.
Auf Terceira leben etwa 56.000 Einwohner (Stand 2016). Entdeckt wurde Terceira im 15. Jahrhundert durch portugiesische Seefahrer
als dritte der Azoren-Inseln, woraus sich ihr Name ableitet (port.: terceira, dt.: die Dritte). Ursprünglich nannten sie ihre
Entdecker Ilha de Jesus Cristo (Insel Jesus Christus) oder auch Brasilien. Ein Berg bei Angra do Heroismo heißt heute noch Monte
Brasil.
Auf Terceira war wieder eine Tour mit dem E-Bike gebucht. Diesmal ging es mit 877 Höhenmetern und 52 km noch weiter als bei der
ersten Tour. Ziel war ein Bergrücken mit einem wunderbaren Blick auf die Serra do Cume. Zunächst war aber ein erster kurzer
Stop am Miraduouro do Facho geplant, mit Blick auf Praia da Victória:
Zeit am Atlantik für Selfis:
Eine wunderbare Aussicht an der Serra do Cume. Auch hier gilt wieder, dass die Bilder die eigenen Eindrücke bei weitem nicht wiedergeben können:
Terceira war die letzte Station der Reise. Nun ging es nach Teneriffa zurück und wieder lagen zwei Seetage vor uns. Hier ein paar Impressionen vom Schiff. Weitere Bilder von der "Mein Schiff 3" gibt es hier von der ersten Reise 2016: KLICK
Und das war es dann leider schon wieder. Zwei Wochen die wie im Flug vergangen sind. Was bleibt, ist der Blick zurück auf schöne Erlebnisse und Erinnerungen, von denen man hoffentlich bis zum nächsten Urlaub zehren kann.
Von Teneriffa geht es zurück ins kalte Deutschland. Im Hafen von Santa Cruz de Tenerife liegt noch die AIDAsol. Bereits um kurz vor Zehn geht unser Transfer zum Flughafen:
Den Rückflug haben wir bei Corendon Airlines Europe gebucht. Die Maschine ist überpünktlich auf Teneriffa gelandet und als wir am Gate ankommen, läuft bereits das Boarding, obwohl es noch eine Stunde bis zum Abflug ist. Wir starten auch ca. 15 Minuten vor dem geplanten Abflug, jedoch dauert der Flug ziemlich genau 5 Stunden aufgrund kräftigen Gegenwindes:
Wir haben Plätze am Notausgang und daher viel Platz, da auch die Mittelsitze frei bleiben. Der Flieger ist auch nicht ganz voll, ich schätze ca. 60 bis 70 % Auslastung: